Grundkurs 4: Geld und Preise: Zahlen, bitte!

Geld und Preise: Zahlen, bitte!

Deutliche Preissteigerungen sind auch in Europa eine massive Belastung. In den USA fallen sie mitunter noch höher aus: Die Inflation von nahezu zehn Prozent macht sich beim Einkauf im Supermarkt genauso bemerkbar wie beim Essengehen – und das, obwohl die Lebenshaltungskosten in den USA immer schon höher waren als bei uns. Der relativ schwache Euro trägt sein Übriges zum teuren Preisbild bei. Zumal die starke Binnennachfrage – viele US-Bürger reisten in den Pandemiejahren nur im eigenen Land – auch noch Hotel- und Mietfahrzeugpreise drastisch in die Höhe getrieben hat.

Aber: Pauschale Klagen über ein (zu) teures Reiseziel gehen an der Realität vorbei. So unterscheiden sich die Flugpreise je nach Saison und Buchungszeitpunkt nicht signifikant von denen „vor Corona“. Auch die regionalen Preisunterschiede sind gewaltig: Schon eine Autostunde außerhalb der touristischen Top-Ziele kosten das Hotelzimmer oder die Mahlzeit oft nur die Hälfte.

Keine Discounter-Preise: Auf dem Farners Market wie hier auf Sanibel Island zahlt man mindestens so viel wie in Deutschland, erhält dafür aber auch Frische und Qualität aus regionalem Anbau.
Foto: FVW Medien/HMJ

Die Preise im Supermarkt schwanken weitaus stärker als hierzulande: Discounter und Drogerien werben selbst bei Markenprodukten oft mit extremen Preisnachlässen von 50 Prozent. Bekleidung, Unterhaltungselektronik, Bücher, Medikamente, Kosmetik und Parfüms sind – nicht nur in den Factory Outlets – trotz Inflation oft ebenfalls günstiger als in Europa zu erhalten.

Das Preisschild täuscht oft

Das Geld abgezählt bereithalten? Vor der Heimreise das Restgeld ausgeben? So einfach ist das nicht: Viele Preise werden in den USA ohne Umsatzsteuer ausgewiesen, auf dem Preisschild steht also nur der Nettobetrag. Ausnahme Tanken: Im an der Zapfsäule ausgewiesenen Betrag ist die Steuer schon enthalten.

Eine einheitliche nationale Umsatzsteuer gibt es in den USA übrigens nicht: Bundesstaaten und Gemeinden legen ihre eigenen Sätze für die Sales Tax (meist drei bis sieben Prozent) fest, daher hängt der Endpreis bei ein und demselben Nettopreis davon ab, wo und was man kauft. Auch werden Lebensmittel oft niedriger besteuert als andere Produkte.

Fünf Bundesstaaten – Alaska, Delaware, Montana, New Hampshire und Oregon – erheben gar keine Umsatzsteuer; andere wie Louisiana und Texas erstatten sie bei Waren, die ausgeführt werden sollen.

Alles auf eine Karte setzen

„Credit or Debit?“ Bei der Kartenzahlung im Supermarkt ist das die Standardfrage. Eine Kreditkarte ist für USA-Reisende ein absolutes Muss: Man kann sie – oft kontaktlos und ohne PIN – für jede noch so kleine Zahlung nutzen, und vielfach geht ohne sie gar nichts. Bei Übernahme des Mietwagens oder beim Check-in im Hotel ist sie unerlässlich, die bei uns übliche Girocard hilft weder hier noch beim Einkauf. Wichtig ist ein ausreichendes Kartenlimit (gegebenenfalls vor Abreise hochsetzen), denn Kaution für Mietwagen und Hotel sowie Shopping und Tanken können sich im Laufe einer Reise zu einem hohen vierstelligen Betrag summieren.

Ob Mietwagen oder Motorhome: Eine Kreditkarte benötigt man bei Übernahme des Fahrzeugs.
Foto: Canusa Touristik

Apropos Tanken: Hier ist an der Zapfsäule nach Durchziehen der Karte oft die Postleitzahl (ZIP Code) einzugeben – und natürlich ist da die amerikanische und nicht die deutsche gemeint. Da heißt also rein in die Tankstelle und per Kreditkarte den gewünschten Betrag freigeben lassen – klappt problemlos.

Kleingeld ist trotzdem wichtig

Ganz ohne Bargeld geht’s nicht. Ob Mautstation auf dem Highway, Parkuhr, Ticketautomat oder aber fürs Trinkgeld unterwegs: Münzen – insbesondere Quarters (25 Cent) – und kleine Scheine sollten Reisende dabeihaben. Am besten wechselt man gleich nach Ankunft in den USA ein paar Euro in Dollar oder hebt sie am Geldautomaten (ATM) ab – per Kredit- oder Debitkarte (Girocard). Neben Gebühren des ATM-Betreibers fällt meist eine Auslandsgebühr der eigenen Bank an. Wichtig: 50- oder 100-Dollar-Scheine werden von Ladenbesitzern meist ungern genommen.

Gute Tip(p)s: Die Sache mit dem Trinkgeld

Tips, also Trinkgelder, spielen in den USA eine weitaus wichtigere Rolle als bei uns. Denn Service-Kräfte, etwa in Gastronomie und Hotellerie, werden weitaus schlechter bezahlt und sind auf ein üppiges Trinkgeld angewiesen. Daher schlägt man im Restaurant nicht wie bei uns je nach Gusto ein paar Euro, sondern 15 bis 25 Prozent auf – auf der Rechnung sind oft schon Trinkgeldvorschläge vorgegeben. Ähnlich ist es bei Fahrten mit Taxi, Uber & Co.

Cash, Credit oder Debit? Alles geht – aber nicht bei jedem Zahlungsvorgang in den USA.
Foto: Pixabay

Mit 1 bis 2 Dollar je Service liegt man richtig bei Gepäckträgern, Shuttle-Busfahrer, Hotelpagen, Garderobenpersonal und Valet Parking. Einen ähnlichen Betrag pro Nacht sollte Urlaubern der Zimmerservice im Hotel wert sein – am besten aufs Kissen oder in einen beschrifteten Umschlag legen.