Grundkurs 3: Alles zu seiner Zeit

Perfektes Timing: Alles zu seiner Zeit

Von Norden nach Süden 2500, von Westen nach Osten sogar 4900 Kilometer: Mit diesen Dimensionen warten die kontinentalen USA – also ohne Alaska, Hawaii und Überseegebiete – auf. Dadurch sind die USA auch klimatisch sehr abwechslungsreich – und ein echtes Ganzjahresziel. Wann ist die beste Reisezeit? Das kommt ganz auf die Reiseregion an. Städteurlaub ist dank Air Condition im Hochsommer und überdachter Passagen im tiefsten Winter ganzjährig möglich.

Reiseregionen für jede Jahreszeit

Auch in den USA gilt die Faustregel „Je südlicher, desto heißer“. In Alaska liegen die Temperaturen im Winter oft bei unter minus 20 Grad Celsius, im Sommer werden hingegen bis zu 18 Grad erreicht. Im Süden von Kalifornien, Arizona, New Mexiko und Texas sowie Hawaii steigt das Quecksilber im Sommer oft deutlich über 30 Grad, in Florida und den anderen Südstaaten kommen tropische Schwüle und Hurrikan-Gefahr (insbesondere von Juli bis Oktober) dazu.

Niederschlagsreich sind der Pazifische Nordwesten mit Regen vor allem im Frühling und Winter, aber auch Kalifornien mit seinem eher mediterranen Klima. Dagegen hat der Mittlere Westen ein trockenes Kontinentalklima.

Farbexplosion: Neuengland – hier Lake Elmore in Vermont – ist berühmt für seine intensive Laubfärbung.
Foto: Vermont Derpartment of Tourism/Kent Shaw

Im Winter freuen sich Skifahrer über den starken Schneefall in den westlichen Gebirgen wie den Kaskaden und den Rockies. Im Nordosten und Mittleren Westen sind starke Frostperioden und Schneefall keine Seltenheit. Der Nordosten mit den Neuengland-Staaten lockt mit der Laubfärbung im Herbst (Indian Summer).

Hochsaison wenn möglich vermeiden

Auch Nachfrage und Preise bestimmen den günstigsten Reisezeitraum: Im Hochsommer sind viele US-Bürger, aber auch an Schulferien gebundene europäische Urlauber unterwegs – und das heißt gerade nach der Pandemiezeit höhere Preise und knappe Verfügbarkeiten für Flug, Mietwagen/Camper und Hotelzimmer, und in den Hotspots wie etwa den großen Nationalparks kann es sehr voll werden.

Orientierungshilfe: Cape San Blas auf dem Panhandle Floridas unterscheidet sich klimatisch von Südflorida – und folgt bereits der Central statt der Eastern Time.
Foto: FVW Medien/HMJ

Wo es das Klima zulässt, sollten Urlauber daher auf Frühjahr oder Herbst ausweichen – eine ideale Reisezeit gerade für den beliebten Südwesten der USA. Baden ist dann allerdings nur noch in Hawaii und Florida sowie manchen Südstaaten möglich.
Auch bei der konkreten Routenplanung sollte man die Nachfragesituation berücksichtigen: Am Wochenende sind Stadthotels oft günstiger mangels Geschäftsreisenden, während Ausflügler und Kurzurlauber in den beliebten touristischen Regionen die Preise nach oben treiben.

Achtung, Zeitreise!

USA-Reisende sollten sich mit den Zeitzonen vertraut machen. Allein die kontinentale USA hat vier Zeitzonen (Standard Times): Pacific (Mitteleuropäische Zeit minus neun Stunden), Mountain (minus acht), Central (minus sieben) und Eastern Standard Time (minus sechs).

Zeitreisen in den USA: Allein unter den „Lower 48“ gibt es vier verschiedene Zeitzonen.
Foto: TimeTemperature.com

Dazu kommen die Zeitzonen von Alaska (minus zehn Stunden) und Hawaii (im Sommer minus zwölf, im Winter minus elf Stunden) sowie sonstige Abweichungen von der Faustregel, dass die Zeitzonen entlang von Bundesstaatsgrenzen verlaufen. So folgt der Westen Floridas, ein Teil des Panhandle, nicht mehr der Eastern, sondern der Central Time. Eine Zeitgrenze teilt auch Idaho, Indiana, Kansas, Kentucky, Michigan, Nebraska, North und South Dakota, Tennessee und Texas.

Summertime, and the living is easy …

Auch die Sommerzeit ist nicht ganz einheitlich geregelt. In den USA wird länger als in Europa auf Daylight Saving Time (Sommerzeit) umgestellt: In den USA dauert sie vom zweiten März-Sonntag bis zum ersten November-Sonntag (2023: 12. März bis 5. November), in Europa vom letzten März- bis zum letzten Oktober-Sonntag (2023: 26. März bis 29. Oktober). Anfang März und Ende Oktober verringert sich also jeweils die Zeitdifferenz zwischen den USA und Deutschland um eine Stunde.

Hawaii und Arizona (mit Ausnahme des Navajo-Reservats) schließen sich der Daylight Saving Time nicht an. Und ab November 2023 könnte US-weit nicht mehr zurückgestellt werden auf Winterzeit – ein entsprechender Gesetzentwurf hat im März 2022 zumindest den Senat passiert.