Unglaublich einzigartig

Kanadische Safari und die Big Five

Kanada gilt als „The Wildlife Capital of the World“. Warum? Nirgends stehen die Chancen so gut, nordamerikanisches Großwild in freier Natur zu sehen – für viele Urlauber ist dies sogar einer der wichtigsten Reisegründe. Ganz oben rangieren Treffen mit den Big Five: Bär, Wal, Elch, Karibu und Bison.

Tier-Sichtungen sind auf Roadtrips so gut wie garantiert, und das nicht nur in den über 45 Nationalparks und zahllosen Provinz- und Territorialparks des Landes. Vor allem in dünn besiedelten Gebieten und im Norden laufen wilde Tiere Besuchern buchstäblich über den Weg. Damit dies auch künftig möglich ist, arbeitet Kanada an zahlreichen Schutz- sowie Ansiedlungsprogrammen für bedrohte Tierarten.

Einmaliger Anblick: Orcas vor der Halbinsel Bonavista auf Neufundland.
Foto: Destination Canada

Von Küste zu Küste: Wale

Über 30 Walarten tummeln sich vor der endlosen Küste Kanadas. In der Atlantik-Provinz Neufundland und Labrador verbringt die weltgrößte Population an Buckelwalen den Sommer. Walbeobachter zählen hier allein über 20 Arten, allen voran Buckel-, Finn- und Zwergwale sowie Orcas und Weißseitendelfine. Walbeobachtungstouren – etwa in Bay Bulls, Twillingate und Quirpon Island – bringen Gäste in kleinen Motorbooten zu den sanften Meeresriesen.

Auch in Nova Scotia, New Brunswick und Québec werden solche Ausflüge angeboten. In Churchill an der Hudson Bay in Manitoba können weiße Belugawale sogar vom Kajak aus beobachtet werden. Die Salish Sea zwischen Vancouver Island und dem Festland von British Columbia steht ganz im Zeichen von Orcas. Tipp für Entdecker: In der Provinz Nunavut im hohen Norden lassen sich sogar die seltenen Narwale blicken.

Heimat des "Geisterbärs": der Great Bear Rainforest in British Columbia.
Foto: Destination Canada

In den Wäldern und auf dem Eis: Bären

Schwarzbären sind fast überall im Land heimisch. In British Columbia und Alberta sieht man sie am häufigsten. Grizzlybären trifft man während der Lachssaison von Ende August bis Anfang September vor allem in den Nationalparks Banff und Jasper sowie im Norden von British Columbia. Weitere rund 7.000 Grizzlybären streifen durch den Yukon.

Eine kanadische Besonderheit sind die seltenen, nur im Regenwald von British Columbia lebenden Kermode-Bären. Die Schwarzbären tragen dank einer raren Gen-Mutation ein weißes bis cremefarbenes Fell – viele Geschichten der First Nations erzählen von den „Geisterbären“. Auf geführten Wanderungen kann man sie sehen und den Legenden lauschen.

Schon gewusst? Von den 25.000 Eisbären weltweit sind 17.000 im hohen Norden Kanadas zuhause. Churchill in Manitoba als „Polar Bear Capital of the World“ lockt im Winter mit Eisbär-Touren samt batteriebetriebenen E-Tundra-Buggys. Im Spätsommer laden Wildnis-Lodges mit von First-Nations-Guides geführten Gruppen-Wanderungen durch die Tundra ein.

Verwandter des Rentiers: das Karibu, hier in Neufundland und Labrador.
Foto: Newfoundland and Labrador Tourism

Die Rentiere Nordamerikas: Karibus

Etwas kleiner als ihre skandinavischen Vettern, sind die Karibus im hohen Norden Kanadas zuhause. Hotspot für die hirschähnlichen Tiere ist der Ivvavik National Park im äußersten Nordwesten des Yukon Territory, wo sie in großen Herden umherziehen. Kleinere Herden finden sich auch im Süden, etwa im Parc national de Gaspésie in Québec. Tipp: Besonders eindrucksvoll sind ihre jahreszeitlichen Wanderungen zwischen ihren Winter- und Sommergründen. 

Ein Heulen in der Finsternis
Rehe und Wapiti-Hirsche trifft man häufig am Wegesrand. Viel scheuer sind Wölfe. Im Süden Kanadas aber können Wolfsrudel in Wildparks beobachtet werden, etwa im Parc Oméga in Québec, im Wolf Centre im Haliburton Forest and Wildlife Reserve in Ontario und im Northern Lights Wildlife Wolf Centre in British Columbia.
Der größte Hirsch der Welt ist der Elche, hier im Yukon Wildlife Preserve.
Foto: Destination Canada

Wildnis pur im Wald: Elche

Mächtig sind sie! Elche sind die größten Vertreter der Hirschfamilie. Von der Schulter bis zum Huf werden sie bis zu 1,80 m groß und bis zu 400 kg schwer. Gute Chancen auf Elch-Sichtungen bieten Neufundland auf der Northern Peninsula, Québec im Parc national de la Gaspésie und Ontario im Algonquin Provincial Park. Auch in British Columbia sind die Aussichten auf Elche exzellent – vor allem im Bowron Lakes Provincial Park vom Kanu aus, während einer Paddeltour auf dem Crooked River nördlich von Prince George und am Moose Lake im Mount Robson Provincial Park. Im Winter zeigen sich die Tiere in Grove Burn bei Prince George, man kann sie dort ganz einfach von einem Beobachtungsturm aus bestaunen.

Herdentiere: Bisons, auch Büffel genannt, leben in Kanada zum Beispiel in Saskatchewan.
Foto: Tourism Saskatchewan and Paul Austring

Zurück in der Zukunft: Bisons

Mit dem massiven, gehörnten Kopf, dem muskelbepackten Nacken und der zotteligen braunen Mähne sehen die über 700 kg schweren Bisons aus wie Besucher aus der Steinzeit. Heute leben kleine Herden in Kanada. Am ehesten sind sie entlang der Straßen am Great Slave in den Northwest Territories zu sehen sowie im Grasslands National Park in Saskatchewan und am Alaska Highway auf Höhe der Liard Hot Springs in British Columbia. Weitere gute Chancen bietet der Elk Island National Park sowie der Banff National Park in Alberta. Im Riding Mountain National Park in Manitoba lebt im Norden des Parks eine Herde in der umzäunten Lake Audy Bison Enclosure – Bison-Begegnungen sind dort garantiert.

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