Mit Lebensfreude im hohen Norden

Estland ist das Traumziel jedes Naturnomaden

Die Naturverbundenheit der Esten hat beinahe schon etwas Religiöses. Nachhaltig lebten die Menschen hier schon seit ewigen Zeiten. Estland gehört zu den Ländern mit der saubersten Luft der Welt, und mehr als die Hälfte des Landes ist von Wald bedeckt.

Mittsommer in Estland: Wenn der Abend den Morgen trifft.
Foto: Margus Kontus/Visit Estonia

Die Natur spielt in Estland noch heute eine Hauptrolle. Und auch wenn die meisten Menschen heute in modernen Städten leben, bewahren sich alle eine Exit-Option in die Natur: das Familienhaus auf dem Land, die Sauna am Fluss oder ein Jogging-Parcours durch den Kiefernwald, Beerenpflücken, Moorspaziergänge und Inselhüpfen mit dem Fahrrad. Das Unberührte und Ursprüngliche umarmen ist dabei die Devise. Alles langsam angehen lassen – und sich dabei selbst finden.

Sommerparadies: Saaremaa ist die viertgrößte Insel der gesamten Ostsee.
Foto: Priidu Saart/Visit Estonia

Wandern mit Blick auf die Ostsee

Estland besitzt nicht nur mehr als 2000 Inseln, sondern auch fast 3800 Kilometer Küste: Mehr Meer geht kaum. Noch besser: Die Küste hat auch das Zeug für Wanderer, zum Beispiel den fünfzehn Kilometer langen Käsmu-Wanderweg im Nationalpark Lahemaa („Land der Buchten“) an der Nordküste mit Start in dem alten Kapitänsdorf Käsmu. Auch die Westküste hat gut ausgebaute Wanderwege wie die 90 Kilometer lange Route, die vom traditionsreichen Seebad Pärnu zum idyllischen Kurstädtchen Haapsalu führt, wo schon der Komponist Peter Tschaikowsky das Seeklima genoss.

Elegante Geschichte: neues Hotel Villa Friedheim in Haapsalu.
Foto: Visit Estonia

Andere Wanderwege führen durch Wälder und Moorlandschaften wie das Hochmoor Kakerdaja mit vielen Moorteichen, dem Kakerdaja-See und der Moorinsel Hiiesaar. Einige Wege davon sind sogar für Rollstuhlfahrer geeignet, darunter etwa der Bohlenweg durch das Hochmoor Viru. Die zehn schönsten Wanderwege präsentiert die Estland-Website.

Offroad-Abenteuer: Estlands Wälder machen das Radfahren zum Genuss.
Foto: Katrin Laurson/Visit Estonia

Radelspaß mit digitaler Unterstützung

Mit vielen guten Radwegen, wenig Verkehr auf kleineren Landstraßen und sparsamen Erhebungen ist Estland ein beliebtes Ziel für Radler. Wer das ganze Land erkunden möchte, kann auf dem Fernradweg Eurovelo 10 die ganze Vielfalt Estlands erleben; kostenlose Campingmöglichkeiten erleichtern eine flexible Planung. Doch auch Tagestouren sind reizvoll: etwa auf Saaremaa, der viertgrößten Insel der gesamten Ostsee mit allein 1300 Kilometern Küste. Hier führt ein Weg von 42 Kilometern Länge von der Inselhauptstadt Kuressaare durch die stille Natur, zu Windmühlen, Kirchen und einem Meteoritenkrater. Extra-Tipp: Die neue digitale Radwanderkarte von Visit Estonia zeigt alle Radwege des Landes an. Mehr als siebzig Routen mit einer Länge von zusammen 6500 Kilometern sind dort verzeichnet.

Traumhaft für Kanutouren: der überschwemmte Soomaa-Nationalpark.
Foto: Jarek Jõepera/Visit Estonia

Moore und Sümpfe fürs entspannte Paddeln

Am frühen Morgen entfalten Estlands Moore und Sumpflandschaften ihren ganzen Zauber. Besonders sanft lässt sich dieser einzigartige Naturraum beim Stand-up Paddling erleben. Besonders gut geeignet für Kanutouren ist der Soomaa-Nationalpark mit seinen Flüssen und Hochmooren. Und wer bisher noch nicht so viel fürs Bird Watching übrighatte, könnte es sich hier anders überlegen. Genau 172 heimische Vogelarten vom Moorschneehuhn bis zum Steinadler wurden hier gezählt. Die Kanusaison endet erst, wenn sich Eis auf den Wasserläufen bildet, und beginnt dann wieder mit der magischen „fünften Jahreszeit“ Estlands im Frühling, für die der Nationalpark so berühmt ist: Wenn die Schneeschmelze das Hochwasser bringt, kann man mit dem Kanu durch den Wald gleiten.

Exotisch: In Estland sind noch heute Braunbären heimisch.
Foto: Remo Savisaar/Visit Estonia

Safari mit Elchen und Bären

Die ausgedehnten Wälder und die sechs Nationalparks bieten beste Voraussetzungen für reiche Wildtierbestände. Im nordestnischen Nationalpark Alutaguse zum Beispiel leben außer Adlern und Auerhähnen rund 400 Braunbären, die von einer eigens dafür aufgestellten Bärenhütte in aller Ruhe betrachtet werden können. Vogelfreunde werden sich – zumindest im Herbst – auch vom Matsalu-Nationalpark kaum trennen können. Zwei Millionen Wasservögel ziehen jedes Jahr durch das Gebiet, das eine der wichtigsten Stationen für Zugvögel zwischen der Arktis und Westeuropa darstellt.

Zuhause in der Natur: Auf so ein Ferienhaus im Wald können nur Esten kommen.
Foto: ÖÖD Hötels in Estland
Per Flug nach Estland
Direktflüge nach Tallinn gehen von Frankfurt und München mit Lufthansa, von München und Berlin mit Air Baltic und mit Swiss Air ab Zürich. Ryanair fliegt von Berlin und Nürnberg nach Tallinn. Der gemütliche Flughafen Tallinn ist vier Kilometer vom Zentrum entfernt und mit der Straßenbahn in 15 Minuten erreichbar. Zudem gehen Fähren via Schweden, Finnland, Lettland, Litauen nach Estland. Gut zu wissen: Tallinn ist eine äußerst kompakte Großstadt mit einem dichten Netz von Bus-, Trolley- und Straßenbahnverbindungen. Alle Infos zu den Transportmöglichkeiten in Estland inklusive Fähren direkt auf der Estland-Website.
nächste Seite