Diskussion

Absolventen und das Technikwissen

In vielen Berufen der Tourismuswirtschaft zählt heutzutage weniger das touristische Wissen. Alles drehe sich um die Technik, so das Ergebnis einer ITB-Podiumsdiskussion.

Klaus Hildebrandt (links) moderierte die Diskussionsrunde.
Foto: Christian Wyrwa

Die Frage der von fvw-Chefredakteur Klaus Hildebrandt moderierten Diskussion lautete: „Welche Absolventen braucht die Tourismuswirtschaft?“ Vor allem Online-Reisebüros suchten Mitarbeiter, die sich weniger mit Touristik als vielmehr mit der Programmierung von Websites und Suchmaschinen-Optimierung auskennen würden“, so Natalie Goern vom Deutschen Reise Verband (DRV).

Werner Sülberg von DER Touristik sieht jedoch ein weiteres Problem. „Auch uns als Reiseveranstalter fehlen die Menschen, die noch bereit sind, eine Lehre einzugehen.“ Dabei hätten auch Nicht-Akademiker Aufstiegschancen. „Die Mitte bricht weg“, erläutert er. Auf der einen Seite stünden die hochqualifizierten Jobs, für die Akademiker infrage kämen. Dies sei oft im Bereich IT der Fall. Auf der anderen Seite gebe es die Berufe, für die kein Studium notwendig sei – vor allem dort fehlten die Bewerber.

Anita Zehrer von der Deutschen Gesellschaft für Tourismuswissenschaft rät Absolventen, es nach dem Abschluss nicht sofort bei den großen Konzernen zu versuchen. Die meisten Absolventen landeten in Familienbetrieben mit weniger als zehn Mitarbeitern. Dies sei auch mit Blick auf die weitere Karriere nicht uninteressant, so Natalie Goern. Denn vielleicht ergebe sich ja später die Chance, das Unternehmen zu übernehmen.

Einen Bericht über die Podiumsdiskussion finden Sie auch im morgigen fvw Daily, das auf der ITB ausliegt.

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