Deutscher Tourismuspreis

Sechs Nominierte stehen fest

So wenig Bewerbungen wie in diesem Jahr gingen noch nie für den Deutschen Tourismuspreis ein. Doch: Der Vielfalt hat es nicht geschadet.

von Sabine Pracht,
DTV-Geschäftsführerin Claudia Gilles hat den Deutschen Tourismuspreis ins Leben gerufen.
Foto: DTV

Ein Jahr vor seinem zehnjährigen Bestehen wartet der Deutsche Tourismuspreis mit einigen Überraschungen auf: Die Zahl der Bewerbungen ging in den vergangenen Jahren drastisch auf 63 Einreichungen zurück. Der Großteil der diesjährigen Bewerber hatte neue Apps, Social-Media-Kampagnen und andere technische Neuerungen zu ihrem Thema gemacht. Doch die Anwendungen sind noch nicht ausgereift, wie die Jury, der auch die fvw angehört, feststellte. Zumindest gelang es keiner der eingereichten Social-Media-Kampagnen unter die Nominierten zu kommen.

Überraschend schafften es nunmehr gleich zwei Nicht-Destinationen in diesem Jahr in die engere Auswahl: Die TUI mit ihrem Kundenservice-Portal meine-tui.de und die Explorer Hotels, die sich mit ihrem Konzept an junge Aktivreisende mit wenig Budget wenden. Erstmalig überzeugte eine Idee für den Geschäftsreisemarkt.

  • Die Nominierten belegen, wie vielseitig Innovationen im Deutschland-Tourismus sein können:
  • Erfurt Tourismus und Marketing und die Itour city guide gelang mit ihren Stadtführungen für gehörlose Erfurt-Besucher der Sprung unter die besten sechs. Gehörlose Individualtouristen können auf eigene Faust mit einem Videoguide die Stadt erkunden. Alternativ werden Touren in Deutscher Gebärdensprache angeboten, für die gehörlose Erfurter zu Stadtführern ausgebildet wurden.
  • Auch Freudenstadt Tourismus hat sich etwas Besonderes für Menschen mit Handicap einfallen lassen. In der verwahrlosten Bahnhofshalle richtete die Stadt eine Touristeninformation ein, die ausschließlich von Menschen mit Behinderung betreut wird. Sie geben an sieben Tagen der Woche Fahrplanauskünfte und Freizeittipps für die Stadt und Umgebung.
  • Die Explorer Hotels überzeugten die Jury mit ihrer Idee, das städtische Economy-Hotel-Konzept in die Alpenregion zu übertragen: Design für Sportler mit wenig Geld. Von einer Werkbank fürs Fahrrad über den Skiverleih bis zum Sport Spa ist alles vorhanden, was das Sportlerherz höher schlagen lässt. Die Explorer Hotels sind die ersten zertifizierten Passivhotels Europas.
  • Dass es sich als Stadt lohnt, mit Eigenveranstaltungen ins Risiko zu gehen, belegt Hameln Marketing und Tourismus. Das beschauliche Hameln landete mit dem Musical „Die Päpstin“ einen Überraschungshit in der Provinz.
  • Die Lübeckongress beweist mit Ihrer Mice-Marketing-Guerilla-Kampagane „Herr Schreiber, kommen Sie doch mal zu uns“ Mut, Kreativität und Humor. Anstelle einer klassischen Kundenakquise lässt Lübeckongress einen LKW vor das Firmentor regionaler Unternehmen rollen und fordert den Chef mit einem frechen Spruch persönlich dazu auf, in Lübeck zu tagen.
  • Für TUI-Urlauber bleiben vor Abreise kaum noch Fragen offen: Wann geht der Flieger? Wie ist das Wetter am Urlaubsort? Wo kann ich gut essen gehen? Antworten darauf und auf viele weitere Fragen erhält der TUI-Kunde auf seiner persönlichen Service-Seite „meine TUI“ – vor und während der Reise. Das Portal kann stetig um Service-Angebote von weiteren Partnern ergänzt werden.

Mit dem Deutschen Tourismuspreis zeichnet der DTV seit 2005 innovative Angebote, Kommunikationsstrategien, Kooperationsmodelle und Finanzierungskonzepte im Deutschland-Tourismus aus.

Die Siegerehrung findet dieses Jahr auf dem Deutschen Tourismustag am 24. Oktober in Lübeck statt.

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